
Ende Februar kamen die ersten Boards von Underground aus der neuen Fabrik bei Frank in Kiel an. Da hatten wir von waveclassic natürlich nichts Besseres vor, als sie ihm gleich wieder zu klauen und mit auf die Insel zu nehmen zur Biiketour 2009. So begleiteten uns drei neue Boards (FLX28, FLX32 u. Steeze 133) und zwei Prototypen (Steeze133 u. FLX38) auf die Insel Föhr.

Einige werden sich jetzt sicherlich fragen, was hat das mit dem Biike auf sich? Es handelt sich dabei um ein großes Feuer, das immer am 21. Februar in den Orten an der Küste Nordfrieslands angezündet wird. Woher dieser Brauch genau kommt, kann man nicht mehr sagen. Eine Erklärung ist die Vertreibung des Winters. Eine andere die Verabschiedung der Walfänger früher durch die zurückgebliebenen Frauen. [?] Es ist aber immer ein guter Grund mal wieder auf die Insel zu fahren und etwas den Teich zu rocken. Zumal die letzten Jahre um diese Zeit auch immer die ersten Underground Boards bei Frank (famousfrank.com) eintrafen und getestet werden wollten.
In dieser Tradition machten sich dann Rainer, Olaf und Erk auf den Weg, Erks Eltern zu überfallen und ein Wochenende auf der Insel zu verbringen. Untergebracht wie immer bestens im Haus Pidder Lyng (pidder-lyng.de).
Frank gab uns dann netterweise noch ein neues FLX28 im 'Legend', ein FLX32 im 'Euro Ink' Design. Dazu ein Steeze 133, das es nur in einem 'Euro Ink' ähnlichem Design geben wird. Bei den FLX kann man dieses Jahr zwischen zwei Designlinien wählen. Weiter steckten noch ein Prototyp des Steeze 133 und ein früher Prototyp des neuen FLX38 in unseren Boardbags. Es gab also mehr als genug zum Ausprobieren.
Nur blieb uns dazu nicht all zu viel Zeit, da uns das Wetter etwas im Stich ließ. So mussten wir bis zum Sonntag Mittag warten, bis der Regen des Bikeabends verzogen war und der Wind endlich genug auffrischte, um Kiten zu gehen. Daher sind dies nur die ersten Eindrücke zu den Boards. Für einen ausführlichen Test fehlte einfach die Zeit.
Das FLX28 kam in einem leuchtendem Design daher aus der Legend Inc Serie. Jedes Board erzählt eine andere Geschichte aus den Mythen der Maori, den Ureinwohnern Neuseelands. Und jedes Board hat eine andere Farbe. So wie es schon Tradition bei Underground ist.
Gegen das Vorjahr hat sich die Form der Tips geändert und der Flexverlauf. So sind die Tips jetzt deutlich dünner und auch flexibler. Daraus ergibt sich ein sehr angenehmes Fahren in kabbeligen Bedingungen. Sogar mit einem so kleinen Board (zumindest für meine Größe). Dabei wirkt es aber nie nervös. Halsen, Switschen und Switch fahren sind natürlich bei einem schmalen Board immer einfacher, da man gut Druck auf die Kannte geben kann. Trotz des Flex kann man auch mit dem kleinen FLX28 einen guten Popp aufbauen und seine unhooked Tricks raus hauen. Aber seine Stärken spielt es so richtig aus, wenn es darum geht den voll angeblasenen Schirm auszubremsen und sich richtig raus zu schießen.
Das FLX28 ist ein gutes Allround-Board für den leichten Rider oder ein Starkwindbrett für den normal schweren Rider, der bei richtig Hack den größten Schirm Ausbremsen will für richtig hohe Sprünge.
Im eher Weißen Design der Euro Inc Linie kam das FLX32 mit nach Föhr. Wie bei dem FLX28 wurden auch hier Tips überarbeitet. Der Flexverlauf wurde optimiert und die Tips ausgedünnt. Dieser Änderung mussten dann die zusätzlichen Inserts für Bindungen weichen. Es fehlt einfach die Einbautiefe für Inserts. Aber für die Wakestyler kommt dieses Jahr ja die Steeze Linie. Mehr dazu später.
Nun zu den Fahrleistungen, soweit wir sie in der kurzen Zeit testen konnten. Auch das FLX32 fährt sich sehr angenehm bei Kabbelwelle. Es läuft sehr frei und baut eine gute Geschwindigkeit auf. Das FLX32 zieht dabei gut Höhe und baut einen satten Popp für unhooked Manöver auf. Landungen sind Dank der Doppelkonkaven mit den zusätzlichen Channels sehr easy. Mit den gerundeten Ecken an den Tips sollte das FLX32 auch eine gute Figur in der Welle machen. Das Drehverhalten wird so gut unterstützt.
Mit seiner Länge von 1,32m wird es auch dieses Jahr wieder das Board meist verkaufte Board werden bei Underground. Diese Größe passt halt für (fast) jeden. Es ist ein sehr gutes Allround-Board für Wake bis Wave.
Underground bringt dieses Jahr zum ersten Mal das Steeze auf den Markt. Es ist ein Wakestyle Board für den Kite und auch für die Anlage. So bietet das in einem Euro Inc ähnlichen Design daher kommende Steeze diverse Möglichkeiten seine Boots oder Straps auf das Board zu montieren. Da sollte jeder sein passendes Setup finden. Leider fehlte uns die Zeit neben dem Setup mit Straps auch Boots zu verwenden.
Obwohl sich das Steeze und das FLX32 auf den ersten Blick gar nicht so unterscheiden, so verschieden sind doch. So merkt man den geringeren Flex durch die dickeren Tips deutlich. Es fühlt sich härter an. Der größte merkliche Unterschied ist aber die Fahrgeschwindigkeit. Das Steeze wird durch den größeren Rocker nicht so schnell wie das FLX. Ohne das es dabei ausgebremst zu wirken. Es läuft dadurch aber auch einen Tick weniger Höhe. Das Steeze ist ja auch kein Raceboard sondern ein Wakeboard. Da spielt es dann all sein Können aus mit einem sehr satten Popp. Auch fette Landungen steckt es locker weg. Dank der breiten Stege zwischen den Konkaven sollte es sich auch auf Slidern und Kickern zu Hause fühlen. Leider stand uns da kein Spielzeug in der Richtung zu Verfügung.
Das Steeze 133 ist trotz seiner Breite noch gut mit Straps zu fahren. Sein wahres Potential dürfte es dann mit Boots zeigen. Da hatten wir nur einen älteren Prototypen mit Union Boots und kleinen Finnen (25mm) dabei. Dies Board funktionierte auch für einen schweren Fahrer gut mit Bindungen. Auch mit den 25mm Finnen lief es ansprechend Höhe. Es braucht gar nicht mal so viel mehr Druck im Schirm um Spaß zu machen, als man erwarten würde bei dem deutlich größeren Rocker.
Das Steeze 133 ist damit eine Wakestyleboard mit guten Allround-Eigenschaften das sich sowohl mit Boots als auch mit Straps Spaß macht. Sein großer Bruder das Steeze 139 dürfte noch besser Wakestyle Gene haben, dafür bei der Größe mit Straps nicht mehr so angenehm zu Fahren sein.
Mit dem FLX ist es Underground wieder gelungen ein gutes Board weiter zu verbessern . Dabei wurde auch die Range der Größen um ein Board für die ganz großen Jungs erweiter. Weiter findet sich jetzt für jeden Style ein passendes Board in der Palette. Teilweise sogar in zwei Designvarianten die völlig gleichwertig vom Shape her sind. Auf alle Fälle haben die Jungs in Neuseeland richtig Gas gegeben mit der Erweiterung ihres Angebotes.
Wer ein gutes Allroundboard sucht, dass sowohl unhooked als auch in der Welle Spaß machen soll, der sollte zu dem FLX greifen. Wer ein Wakestyleboard für das Meer und die Anlage sucht, der montiert seine Boots auf dem Steeze. Wer sich nicht entscheiden kann, dem geht es wie uns....